Bild passend zur betriebliche Krankenversicherung - Mann im Rollstuhl

Betriebliche Krankenversicherung

Alles, was Sie als Arbeitgeber und Arbeitnehmer wissen sollten.

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Betriebliche Krankenversicherung: was Arbeitgeber wissen sollten

Mit einer betrieblichen Krankenversicherung (bKV) schließen Sie für Ihre Mitarbeiter eine Krankenzusatzversicherung ab. Je nach Bausteinen zahlt sie dort, wo die gesetzliche Kasse nur einen Teil übernimmt, etwa beim Zahnersatz, bei der Brille oder bei Vorsorgeuntersuchungen.

Bezahlt der Arbeitgeber die bKV, bleibt sie als Sachbezug steuer- und beitragsfrei, solange alle Sachbezüge zusammen 50 Euro im Monat nicht übersteigen. Dieser Ratgeber erklärt, wie die bKV funktioniert, welche Bausteine es gibt, welche steuerlichen Regeln 2026 gelten und was Sie bei der Einführung im Betrieb beachten sollten.

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Das Wichtigste in 30 Sekunden

  1. Die bKV ist eine Krankenzusatzversicherung, die Sie als Arbeitgeber als Gruppenversicherung abschließen. Sie sind Versicherungsnehmer, Ihre Mitarbeiter sind die versicherten Personen.
  2. Welche Leistungen enthalten sind, legen Sie über die Bausteine fest, zum Beispiel Zahn, Brille, Vorsorge oder stationäre Behandlung.
  3. Arbeitgeberfinanziert gilt die bKV als Sachbezug. Sie bleibt steuer- und beitragsfrei, solange alle Sachbezüge zusammen 50 Euro im Monat nicht übersteigen.
  4. Bei vielen Tarifen gibt es keine Gesundheitsprüfung.
  5. Ende 2025 boten laut PKV-Verband rund 60.600 Unternehmen ihren Beschäftigten eine vollständig arbeitgeberfinanzierte betriebliche Kranken- oder Pflegeversicherung an.

Was ist eine betriebliche Krankenversicherung?

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Die betriebliche Krankenversicherung ist eine Krankenzusatzversicherung, die im Rahmen eines Arbeitsverhältnisses abgeschlossen wird. Der Arbeitgeber schließt einen Gruppenvertrag mit einem Versicherer, seine Beschäftigten sind darüber versichert. Die gesetzliche Krankenversicherung bleibt unverändert bestehen. Die bKV ergänzt sie.

Jede bKV setzt sich aus Bausteinen zusammen, etwa Vorsorgeuntersuchungen, Zahnersatz oder alternative Heilmethoden. Sie lassen sich miteinander kombinieren. Bezahlen kann die bKV der Arbeitgeber, der Mitarbeiter oder beide gemeinsam.

Gehaltserhöhung oder Gesundheitsleistung?

Um gute Fachkräfte konkurrieren viele Arbeitgeber. Das naheliegende Mittel ist mehr Gehalt. Von jeder Erhöhung gehen beim Mitarbeiter aber Lohnsteuer und Sozialabgaben ab, obendrauf kommt der Arbeitgeberanteil. Bei 3,3 Prozent Inflation im September 2026 (Destatis) stehen Gehaltsgespräche trotzdem an.

Eine arbeitgeberfinanzierte bKV setzt anders an. Innerhalb der 50-Euro-Freigrenze kommt der Beitrag ohne Lohnsteuer und Sozialabgaben an, als Versicherungsschutz statt als Zeile auf der Gehaltsabrechnung. Ob Beschäftigte das einer Gehaltserhöhung vorziehen, hängt von ihren Wünschen ab. Eine kurze Umfrage in der Belegschaft kann das klären.

Wo die gesetzliche Kasse aufhört

Die gesetzliche Krankenversicherung deckt die Grundversorgung. Bei manchen Leistungen zahlen Versicherte aber zu: Beim Zahnersatz gibt die Kasse einen Festzuschuss von 60 Prozent der Regelversorgung, mit Bonusheft bis 75 Prozent. Den Rest tragen Ihre Mitarbeiter selbst. Diese Lücke kann eine bKV schließen.

Manche Bausteine erleichtern außerdem den Zugang zu Fachärzten, sodass Beschäftigte schneller in Behandlung kommen. Das kann Ausfallzeiten im Betrieb verkürzen.

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So funktioniert die betriebliche Krankenversicherung

Sie schließen mit einem Versicherer einen Gruppenvertrag ab, für die ganze Belegschaft oder für eine bestimmte Gruppe, etwa Führungskräfte. Sie sind Versicherungsnehmer, Ihre Mitarbeiter die versicherten Personen; nur sie können Leistungen aus dem Vertrag geltend machen. Bezahlen können Sie die bKV vollständig selbst, Ihre Mitarbeiter zahlen lassen oder beides kombinieren.

Schema der betrieblichen Krankenversicherung: Arbeitgeber, Versicherer und versicherte Mitarbeiter

Welche Leistungen enthalten sind, entscheiden Sie über die Bausteine:

  • Vorsorgeuntersuchungen
  • Brillen und Sehhilfen
  • stationäre Zusatzversicherung
  • Zahnzusatzversicherung
  • alternative Heilmethoden
  • Pflegezusatzversicherung
  • Auslandsreisekrankenversicherung

Familienangehörige wie Ehe- oder eingetragene Lebenspartner und Kinder können in vielen Verträgen mitversichert werden, häufig zu vergünstigten Konditionen. Die Beiträge dafür kann der Mitarbeiter selbst übernehmen.

Worauf es bei den Bausteinen ankommt

Bausteine unterscheiden sich nicht nur im Preis. Prüfen Sie bei jedem Angebot die Wartezeiten, die Leistungsgrenzen und welche Behandlungen ausgeschlossen sind. Laufende oder bereits angeratene Behandlungen können je nach Tarif vom Schutz ausgenommen sein.

Wer die Beiträge zahlt

  • Arbeitgeberfinanziert: Sie zahlen den vollen Beitrag. Als Sachbezug innerhalb der 50-Euro-Freigrenze fallen weder Lohnsteuer noch Sozialabgaben an.
  • Arbeitnehmerfinanziert: Der Mitarbeiter zahlt selbst, etwa wenn er Familienangehörige mitversichern will. Steuerlich bringt ihm das meist wenig.
  • Mischform: Arbeitgeber und Mitarbeiter teilen sich den Beitrag. Steuerfrei bleibt nur der Teil, den Sie als Sachbezug innerhalb der Freigrenze gewähren.

Der Beitrag wird monatlich fällig. Seine Höhe richtet sich nach den gewählten Bausteinen und nach dem Tarif.

Wie verbreitet die bKV ist

Laut PKV-Verband boten Ende 2025 rund 60.600 Unternehmen ihren Beschäftigten eine vollständig arbeitgeberfinanzierte betriebliche Kranken- oder Pflegeversicherung an. Darunter sind Betriebe aus vielen Branchen, etwa Handwerk, Pflege, Tourismus und Medizin.

Grafik zur Verbreitung der betrieblichen Krankenversicherung in Unternehmen
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Was Sie als Arbeitgeber davon haben

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Ein Extra, das Ihre Mitarbeiter je nach Bausteinen im Alltag spüren: beim Zahnarzt, beim Optiker, bei der Vorsorge.

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Innerhalb der 50-Euro-Freigrenze fallen auf den Beitrag weder Lohnsteuer noch Sozialabgaben an, auch nicht für Sie.

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Ihre Beiträge setzen Sie als Betriebsausgaben an.

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Mit Bausteinen, die den Zugang zu Fachärzten erleichtern, kommen Beschäftigte schneller in Behandlung. Das kann Ausfallzeiten verringern.

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Sie heben sich bei der Suche nach Fachkräften ab und stärken die Bindung Ihrer Mitarbeiter.

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Was Ihre Mitarbeiter davon haben

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Zusätzlichen Schutz zur gesetzlichen Krankenversicherung.

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Bei vielen Tarifen keine Gesundheitsprüfung. Laufende oder bereits angeratene Behandlungen können je nach Tarif ausgeschlossen sein.

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Keinen eigenen Vertrag und bei arbeitgeberfinanzierter bKV keine eigenen Beiträge.

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Die Möglichkeit, Familienangehörige mitzuversichern.

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Bei vielen Anbietern die Option, den Schutz nach dem Ausscheiden privat weiterzuführen, ohne neue Gesundheitsprüfung.

Kosten, Steuern und Sozialversicherung 2026

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  • 50 Euro Sachbezugsfreigrenze: Zahlen Sie die bKV und sind Sie Versicherungsnehmer, gilt sie als Sachbezug. Sie bleibt steuer- und beitragsfrei, solange alle Sachbezüge zusammen 50 Euro im Monat nicht übersteigen (§ 8 Abs. 2 Satz 11 EStG). Die Grenze gilt seit 2022, bis 2021 lag sie bei 44 Euro; 2026 ist sie unverändert.
  • Freigrenze, kein Freibetrag: Wird die Grenze auch nur um einen Cent überschritten, ist der gesamte Betrag steuerpflichtig.
  • Geld statt Versicherung: Ist der Mitarbeiter selbst Versicherungsnehmer und bekommt er von Ihnen einen Zuschuss in Geld, gilt das als Barlohn und ist voll steuer- und beitragspflichtig.
  • Betriebsausgaben: Ihre Beiträge mindern Ihren steuerpflichtigen Gewinn.
  • Keine Zulage vom Staat: Eine Förderung wie bei der betrieblichen Altersvorsorge gibt es nicht. Die Vorteile ergeben sich aus den steuerlichen Regeln.
  • Selbst bezahlt: Zahlt der Mitarbeiter die bKV selbst, bringt das steuerlich meist wenig, weil der Höchstbetrag für sonstige Vorsorgeaufwendungen in der Regel schon durch Kranken- und Pflegeversicherung ausgeschöpft ist.

Wenn die 50 Euro nicht reichen

Liegt der Beitrag über der Freigrenze, kommen drei Wege der Versteuerung infrage. Welcher passt, sollte im Einzelfall mit Ihrem Steuerberater geprüft werden.

Individuelle Besteuerung

Der Beitrag wird als Arbeitslohn versteuert und verbeitragt. Die Mehrbelastung trägt der Mitarbeiter, ihre Höhe hängt von seinen Lohnsteuermerkmalen wie Steuerklasse und Freibeträgen ab. Dem Arbeitgeber entsteht dabei kein Nachteil.

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Nettolohnversteuerung

Sie übernehmen Lohnsteuer und Sozialabgaben auf den Beitrag, das Netto Ihres Mitarbeiters bleibt unverändert. Für Sie sind die Abgaben ein zusätzlicher Kostenfaktor. Dieser Weg kommt nur bei einer arbeitgeberfinanzierten bKV in Betracht.

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Pauschalversteuerung

Die Lohnsteuer wird mit einem einheitlichen Satz erhoben, das spart Rechenaufwand in der Lohnabrechnung. Sie muss beim Finanzamt beantragt werden. Die Zustimmung setzt in der Regel mindestens 20 Mitarbeiter voraus; pauschal versteuert werden können bis zu 1.000 Euro je Mitarbeiter und Jahr.

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Sozialversicherung und weitere Steuern

Als Sachbezug innerhalb der 50-Euro-Grenze fallen keine Sozialversicherungsbeiträge an. Gewähren Sie den Zuschuss dagegen als Barlohn, sind Lohnsteuer und Sozialversicherungsbeiträge fällig. Umsatzsteuer oder Gewerbesteuer fallen auf den Zuschuss zur bKV nicht an.

Was die bKV kostet

Je nach Baustein beginnen die Beiträge bei wenigen Euro im Monat. Ein konkretes Angebot hängt vom Tarif, von den gewählten Leistungen und von Ihrer Belegschaft ab. Für Sie sind die Beiträge Betriebsausgaben. Sie mindern Ihren Gewinn und damit die Einkommensteuer oder, bei einer GmbH, die Körperschaftsteuer.

Dazu kommt der Aufwand in der Lohnabrechnung. Die bKV wird einmalig eingerichtet, dafür werden die Lohnsteuermerkmale der Mitarbeiter erfasst. Bei einer individuellen Besteuerung muss die Steuer für jeden Mitarbeiter einzeln ermittelt werden. Führt ein externes Lohnbüro oder ein Steuerberater Ihre Abrechnung, kann dort zusätzlicher Aufwand anfallen.

Checkliste zur Vorbereitung

Für Geschäftsführung und Personalabteilung

Klären Sie vor der Anfrage bei Versicherern: Wer soll versichert werden? Wie viel wollen Sie pro Kopf und Monat ausgeben? Nutzen Sie die 50-Euro-Freigrenze bereits für andere Sachbezüge? Haben einzelne Mitarbeiter schon eine private Zusatzversicherung? Mit diesen Angaben lassen sich Angebote vergleichen.

Geschäftsführung und Personalabteilung planen die betriebliche Krankenversicherung

Ablauf der Einführung im Betrieb

Die Einführung einer bKV lässt sich in fünf Schritte gliedern. Der Zeitbedarf hängt von der Größe des Betriebs ab.

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1. Ziele und Budget klären

Wer soll versichert werden, alle Mitarbeiter oder eine klar abgegrenzte Gruppe? Wie viel wollen Sie pro Kopf und Monat ausgeben? Nutzen Sie die 50-Euro-Freigrenze schon für andere Sachbezüge? Diese Fragen stehen am Anfang.

2. Bausteine auswählen

Stellen Sie aus den Bausteinen einen Schutz zusammen, der zu Ihrer Belegschaft und Ihrem Budget passt. Achten Sie auf Wartezeiten, Leistungsgrenzen und darauf, welche Behandlungen ausgeschlossen sind.

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3. Angebote vergleichen

Versicherer unterscheiden sich bei Mindestgröße, Aufnahmeregeln und Preisen. Ob etwa Auszubildende, geringfügig Beschäftigte oder privat versicherte Mitarbeiter aufgenommen werden, regelt der jeweilige Gruppenvertrag. Holen Sie deshalb mehrere Angebote ein und vergleichen Sie Leistungen, Bedingungen und Beiträge.

4. Zusage festlegen und Mitarbeiter informieren

Legen Sie vor der Einführung fest, wie Sie die Leistung zusagen. Davon hängt ab, wie leicht Sie die bKV später ändern oder beenden können. Lassen Sie das arbeitsrechtlich prüfen. Informieren Sie dann Ihre Mitarbeiter über Leistungen und Ablauf. Klären Sie vorher, wer bereits eine private Zusatzversicherung hat, damit sich Leistungen nicht doppeln.

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5. Lohnabrechnung einrichten und laufend verwalten

Die Lohnabrechnung braucht die Angaben für die Behandlung als Sachbezug. Neue Mitarbeiter müssen fristgerecht angemeldet werden, ausscheidende abgemeldet. Ändert sich Ihr Bedarf, lassen sich Bausteine anpassen. Auch ein Anbieterwechsel ist möglich.

Steuerliche und arbeitsrechtliche Fragen im Einzelfall klären Sie bitte mit Ihrem Steuerberater oder einem Rechtsanwalt. Zu Tarifen und Leistungen gibt der jeweilige Versicherer Auskunft.

Pflichten und Spielregeln für Arbeitgeber

Eine gesetzliche Pflicht, eine bKV anzubieten, gibt es nicht. Anders als bei der Entgeltumwandlung in der betrieblichen Altersvorsorge haben Beschäftigte keinen gesetzlichen Anspruch darauf. Entscheiden Sie sich für die bKV, übernehmen Sie als Versicherungsnehmer aber Aufgaben:

  • Beiträge zahlen: Bei der arbeitgeberfinanzierten bKV zahlen Sie die Beiträge direkt an den Versicherer, solange das Arbeitsverhältnis besteht.
  • An- und abmelden: Neue Mitarbeiter melden Sie fristgerecht an, ausscheidende ab.
  • Freigrenze im Blick behalten: Die 50 Euro gelten für alle Sachbezüge zusammen. Wird die Grenze überschritten, ist der gesamte Betrag steuerpflichtig.
  • Richtig abrechnen: Ob Sachlohn oder Barlohn, der Beitrag muss in der Lohnabrechnung korrekt behandelt werden. Für die Pauschalversteuerung brauchen Sie die Zustimmung des Finanzamts.
  • Gesundheitsdaten respektieren: Ihre Mitarbeiter müssen Ihnen keine Auskunft über ihre Gesundheit geben, auch nicht bei Neueinstellungen.
  • Doppelversicherung klären: Wo sich Leistungen mit einer privaten Zusatzversicherung doppeln, können Meldepflichten gegenüber dem privaten Versicherer bestehen. Werden sie versäumt, kann der Leistungsanspruch verloren gehen.
  • Fristen beachten: Üblich ist eine Kündigungsfrist von drei Monaten zum Ende des Versicherungsjahres, bei manchen Anbietern zum Ende des Kalenderjahres.
  • Zusage sauber gestalten: Wie leicht Sie die bKV später beenden können, hängt davon ab, wie Sie die Leistung zugesagt haben, etwa ob eine betriebliche Übung entstanden ist.

Versichern Sie nur einen Teil der Belegschaft, etwa Führungskräfte, sollte die Abgrenzung klar und sachlich begründet sein. Lassen Sie sie im Zweifel von einem Rechtsanwalt für Arbeitsrecht prüfen.

Typische Bedenken im Betrieb

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Wäre eine Gehaltserhöhung nicht einfacher?

Eine Gehaltserhöhung ist einfacher umzusetzen. Von ihr gehen aber Lohnsteuer und Sozialabgaben ab. Dazu zahlen Sie Ihren Arbeitgeberanteil. Eine arbeitgeberfinanzierte bKV innerhalb der 50-Euro-Grenze kommt ohne diese Abzüge an, allerdings als Versicherungsschutz und nicht als frei verfügbares Geld.

Ist der Betrieb groß genug für eine bKV?

Viele Versicherer schließen eine bKV ab 10 Mitarbeitern ab, manche schon ab 5. Bei kleineren Belegschaften verlangen Anbieter in der Regel, dass alle Mitarbeiter einbezogen werden. Welche Möglichkeiten es gibt, zeigt ein Vergleich der Angebote.

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Was gilt, wenn die 50 Euro schon für Gutscheine genutzt werden?

Die Freigrenze gilt für alle Sachbezüge zusammen. Wer schon andere Sachbezüge gewährt, muss die Summe im Blick behalten, sonst wird der gesamte Betrag steuerpflichtig. Welche Bausteine dann noch in das Budget passen, lässt sich vorab berechnen. Die steuerliche Gestaltung stimmen Sie mit Ihrem Steuerberater ab.

Wie viel Arbeit macht die bKV in der Lohnbuchhaltung?

Die bKV wird einmalig in der Lohnabrechnung eingerichtet, dafür werden die Lohnsteuermerkmale der Mitarbeiter erfasst. Mit einer Pauschalversteuerung entfällt die individuelle Berechnung. Führt ein externes Lohnbüro Ihre Abrechnung, kann dort zusätzlicher Aufwand anfallen.

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Was gilt für Mitarbeiter mit Vorerkrankungen?

Bei vielen bKV-Tarifen gibt es keine Gesundheitsprüfung. Laufende oder bereits angeratene Behandlungen können aber je nach Tarif ausgeschlossen sein. Ihnen als Arbeitgeber müssen Ihre Mitarbeiter keine Auskunft über ihre Gesundheit geben.

Was gilt, wenn Mitarbeiter schon privat zusatzversichert sind?

Dann lohnt ein Blick auf Überschneidungen. Wo sich Leistungen doppeln, können Meldepflichten gegenüber dem privaten Versicherer bestehen; werden sie versäumt, kann der Leistungsanspruch verloren gehen. Deshalb sollte vor der Einführung geklärt werden, wer bereits privat versichert ist.

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Kann die bKV später beendet werden?

Üblich ist eine Kündigungsfrist von drei Monaten zum Ende des Versicherungsjahres, bei manchen Anbietern zum Ende des Kalenderjahres. Kündigen können Sie den ganzen Vertrag oder einzelne Mitarbeiter. Arbeitsrechtlich kommt es darauf an, wie Sie die Leistung zugesagt haben; das sollten Sie vor der Einführung festlegen.

Was kostet die bKV pro Mitarbeiter?

Je nach Baustein beginnen die Beiträge bei wenigen Euro im Monat. Ein konkretes Angebot hängt vom Tarif und von Ihrer Belegschaft ab. Für Sie sind die Beiträge Betriebsausgaben.

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Häufige Fragen zur betrieblichen Krankenversicherung

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Wer kann über die bKV versichert werden?

Die bKV setzt ein Arbeitsverhältnis voraus. Unternehmer und Freiberufler können sie nicht für sich selbst nutzen. Ob privat versicherte Arbeitnehmer aufgenommen werden, regelt der jeweilige Gruppentarif.

Können freiwillig gesetzlich Versicherte aufgenommen werden?

In der Regel ja. Freiwillig gesetzlich versichert sind Selbstständige und Freiberufler, aber auch viele Arbeitnehmer, deren Einkommen über der Jahresarbeitsentgeltgrenze liegt. Maßgeblich ist der Gruppenvertrag.

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Werden Auszubildende, Minijobber, Werkstudierende und Praktikanten einbezogen?

Das legt der jeweilige Gruppenvertrag fest. Klären Sie bei der Auswahl des Tarifs, welche Beschäftigtengruppen aufgenommen werden können.

Müssen alle Mitarbeiter angemeldet werden?

Die bKV wird immer für mehrere Mitarbeiter abgeschlossen, entweder für die ganze Belegschaft oder für eine klar abgegrenzte Gruppe, etwa Führungskräfte. Wer genau dazugehört, regelt der Gruppenvertrag.

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Können Familienangehörige mitversichert werden?

In vielen Verträgen ja. Als Familienangehörige gelten Ehepartner, eingetragene Lebenspartner und Kinder. Die Versicherer bieten das meist zu vergünstigten Konditionen an; die Beiträge dafür übernimmt häufig der Mitarbeiter selbst.

Wer ist Versicherungsnehmer, wer versicherte Person?

Versicherungsnehmer sind Sie als Arbeitgeber, versicherte Personen sind Ihre Mitarbeiter. Nur sie können Ansprüche aus dem Vertrag gegenüber dem Versicherer geltend machen.

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Was zahlt die gesetzliche Kasse, was die bKV?

Als Mitglied einer gesetzlichen Krankenversicherung haben Ihre Mitarbeiter Anspruch auf die ärztliche Grundversorgung, wie z. B. die Behandlung von Allergien (mehr Informationen dazu auf allergietest.online).

Bei besonderen Behandlungen wie Zahnersatz zahlt die gesetzliche Krankenkasse nur einen Festzuschuss, den Rest tragen Versicherte selbst. Diesen Teil kann eine bKV je nach Baustein abdecken.

Warum ist die bKV oft günstiger als ein privater Zusatzschutz?

Gruppenverträge bieten häufig günstigere Konditionen als Einzelverträge. Dazu kommt: Für eine private Krankenzusatzversicherung verlangen Versicherer meist eine Gesundheitsprüfung, bei vielen bKV-Tarifen entfällt sie.

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Was bedeutet Sachbezug bei der bKV?

Beim Sachbezug bekommt Ihr Mitarbeiter kein Geld, sondern Versicherungsschutz: Sie schließen die bKV als Versicherungsnehmer ab und zahlen den Beitrag direkt an den Versicherer. Bis zur Freigrenze von 50 Euro im Monat muss Ihr Mitarbeiter dafür keine Lohnsteuer zahlen.

Wann ist die bKV steuerfrei?

Wenn Sie den Beitrag als Sachbezug gewähren und alle Sachbezüge zusammen 50 Euro im Monat nicht übersteigen. Bis Ende 2021 lag die Grenze bei 44 Euro, seit 2022 sind es 50 Euro.

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Fallen Sozialabgaben an?

Als Sachbezug innerhalb der 50-Euro-Grenze nicht. Gewähren Sie den Zuschuss dagegen als Barlohn, sind Lohnsteuer und Sozialversicherungsbeiträge fällig.

Wie wird die bKV in der Lohnabrechnung behandelt?

Der Beitrag wird in der monatlichen Lohnabrechnung berücksichtigt, als Sachlohn oder als Barlohn. Für Ihre Mitarbeiter ist der Sachbezug günstiger: Innerhalb der 50-Euro-Grenze fallen weder Lohnsteuer noch Sozialabgaben an.

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Fallen weitere Steuern an, etwa Umsatzsteuer?

Nein. Umsatzsteuer oder Gewerbesteuer fallen auf den Zuschuss zur bKV nicht an. Relevant ist nur die Lohnsteuer, sobald die Freigrenze überschritten ist oder der Zuschuss als Barlohn fließt.

Wie setzen Sie die Beiträge als Arbeitgeber steuerlich ab?

Beteiligen Sie sich an den Beiträgen oder übernehmen Sie sie ganz, setzen Sie den Aufwand als Betriebsausgabe an. Das mindert Ihren Gewinn und damit die Einkommensteuer oder, bei einer GmbH, die Körperschaftsteuer.

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Kann ein Mitarbeiter eine selbst bezahlte bKV absetzen?

Grundsätzlich als Sonderausgaben. Steuerlich bringt das aber meist wenig, weil der Höchstbetrag für sonstige Vorsorgeaufwendungen in der Regel schon durch Kranken- und Pflegeversicherung ausgeschöpft ist.

Was gilt bei Neueinstellungen?

Ein bestehender Gruppenvertrag kann auf neue Mitarbeiter erweitert werden. Dafür melden Sie den neuen Mitarbeiter an und beachten die Fristen des Vertrags. Über seinen Gesundheitszustand muss er Sie nicht informieren.

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Was passiert, wenn ein Mitarbeiter das Unternehmen verlässt?

Mit dem letzten Arbeitstag endet Ihre Pflicht zur Beitragszahlung und damit der Schutz aus dem Gruppenvertrag. Viele Anbieter ermöglichen es, den Schutz privat zu ähnlichen Konditionen weiterzuführen, ohne neue Gesundheitsprüfung. Rabatte aus Ihrem Gruppenvertrag entfallen dann.

Was passiert beim Renteneintritt?

Mit dem Renteneintritt endet das Arbeitsverhältnis und damit Ihre Pflicht, die Beiträge zu zahlen. Ihr ehemaliger Mitarbeiter kann den Schutz erhalten, indem er die Beiträge selbst übernimmt.

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Was gilt bei Elternzeit oder längeren Ausfällen?

Manche Versicherer bieten eine Beitragsbefreiung für solche Zeiten an. Ob Sie einen Tarif mit oder ohne Beitragsbefreiung wählen, entscheiden Sie beim Abschluss.

Kann eine bestehende Krankenzusatzversicherung umgestellt werden?

Ja, wenn Sie als Arbeitgeber einen Gruppenvertrag abgeschlossen haben. Damit Altersrückstellungen aus dem privaten Vertrag nicht verloren gehen, kann dieser als kostenpflichtige Anwartschaft ruhen und nach dem Ausscheiden aus dem Unternehmen wieder aufleben. Wird der private Vertrag stattdessen beendet, gibt es daraus keine Leistungen mehr.

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Bleiben die Beiträge konstant?

Das hängt von der Kalkulation ab. Mit Altersrückstellungen richtet sich der Beitrag nach dem Alter und steigt mit einer neuen Altersstufe. Bei weit gefassten Altersgruppen spielt das Alter keine Rolle. Ansonsten ändert sich der Beitrag vor allem, wenn Sie Leistungen hinzunehmen.

Was ist bei einem Anbieterwechsel zu beachten?

Für den bisherigen Vertrag gelten die Kündigungsfristen. Wichtig ist, dass der neue Vertrag rechtzeitig steht, damit der Schutz Ihrer Mitarbeiter ohne Lücke weiterläuft.

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Wie lange sind Sie als Arbeitgeber gebunden?

An die Beitragszahlung für einen Mitarbeiter sind Sie gebunden, solange das Arbeitsverhältnis besteht. Den Vertrag selbst können Sie unter Einhaltung der Fristen kündigen. Wie leicht das arbeitsrechtlich geht, hängt davon ab, wie Sie die Leistung zugesagt haben, etwa ob eine betriebliche Übung entstanden ist.

Senkt die bKV den Krankenstand?

Eine Garantie dafür gibt es nicht. Manche Bausteine erleichtern aber den Zugang zu Fachärzten, sodass Beschäftigte schneller in Behandlung kommen. Das kann Ausfallzeiten verkürzen.

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Wer bezahlt die Beiträge?

Drei Modelle sind möglich: Sie zahlen alles, Ihre Mitarbeiter zahlen selbst, oder Sie teilen die Beiträge. Ganz ohne Lohnsteuer und Sozialabgaben für Ihre Mitarbeiter bleibt nur die arbeitgeberfinanzierte bKV als Sachbezug innerhalb der 50-Euro-Grenze.

Gibt es eine staatliche Förderung für die bKV?

Nein. Eine Zulage wie bei der betrieblichen Altersvorsorge gibt es nicht. Die Vorteile ergeben sich aus den steuerlichen Regeln, vor allem aus der 50-Euro-Freigrenze für Sachbezüge.

Was ist der Unterschied zwischen Sachlohn und Barlohn?

Beim Sachlohn schließen Sie die bKV als Versicherungsnehmer ab und zahlen den Beitrag direkt an den Versicherer. Ihr Mitarbeiter erhält Versicherungsschutz, kein Geld. Beim Barlohn zahlen Sie einen Zuschuss in Geld, der Mitarbeiter schließt den Vertrag selbst ab. Dieser Zuschuss ist voll steuer- und beitragspflichtig.

Wer entscheidet über die Bausteine?

Bei der arbeitgeberfinanzierten bKV legen Sie als Versicherungsnehmer fest, welche Leistungen der Gruppenvertrag enthält. Nehmen Sie Leistungen hinzu, ändert sich in der Regel auch der Beitrag.

Können privat Krankenversicherte eine bKV nutzen?

Das hängt vom Gruppentarif ab. Manche Tarife nehmen privat versicherte Arbeitnehmer auf, andere nicht. Klären Sie das vor dem Abschluss, wenn in Ihrem Betrieb privat Versicherte arbeiten.

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Fazit

Die betriebliche Krankenversicherung ergänzt die gesetzliche Kasse Ihrer Mitarbeiter um Leistungen, für die sie sonst selbst zahlen oder privat vorsorgen müssten. Arbeitgeberfinanziert und innerhalb der 50-Euro-Freigrenze kommt der Beitrag ohne Lohnsteuer und Sozialabgaben an.

Eine Pflicht zur bKV gibt es nicht. Wer sie einführt, sollte Bausteine, Zusage und steuerliche Behandlung vorab klären und mehrere Angebote vergleichen. Für den Einzelfall sind Ihr Steuerberater sowie bei arbeitsrechtlichen Fragen ein Rechtsanwalt die richtigen Ansprechpartner.

Unterlagen zur betrieblichen Krankenversicherung auf einem Schreibtisch