Zum Inhalt springen
  • hallo@leores.de
  • Kreditvergleich
LeoRes
  • START
  • Krankenversicherung
  • Altersvorsorge
  • Ratgeber
  • Über uns
  • Glossar

Kategorien:

Sachwerte

Sachwerte investieren: Schritt für Schritt zu einem gestreuten Vermögen

Leores.de » » Sachwerte investieren: Schritt für Schritt zu einem gestreuten Vermögen

In Sachwerte investieren: Bild zeigt eine Pflanze mit die mit Ihren grünen Blättern eine Art Pfeil nach oben darstellt.

Vermögen aufbauen und streuen

Gold, Aktien, Immobilien: Sachwerte gelten den einen als Rückgrat des Vermögens, anderen erscheinen sie kompliziert. Dieser Beitrag zeigt Schritt für Schritt, wie Sie in Sachwerte investieren, worauf Sie achten sollten und wie Sie Ihr Kapital sinnvoll auf mehrere Anlageformen verteilen.

Die privaten Haushalte in Deutschland halten ein Geldvermögen von mehreren Billionen Euro, ein großer Teil davon als Bargeld und Bankeinlagen. Nach Jahren mit Null- und Negativzinsen werden Tagesgeld und Festgeld seit 2022 wieder verzinst; die EZB hat den Einlagesatz im September 2026 auf 2,50 Prozent angehoben.

Gleichzeitig lag die Inflationsrate im September 2026 bei 3,3 Prozent. Liegt der Zins auf Ihrem Konto darunter, sinkt die Kaufkraft Ihres Geldes trotz Verzinsung. Das ist kein Grund zur Sorge, aber ein Grund, das eigene Vermögen breiter aufzustellen.

Eine Möglichkeit dafür sind Sachwertinvestments. Darum geht es in diesem Beitrag. Wie Sie konkret in Sachwerte investieren, erklären wir hier Schritt für Schritt.

Inhaltsverzeichnis

  • Inhaltsverzeichnis
  • 1. Sachwerte: was sie leisten können
  • 2. Chancen und Risiken von Sachwerten
  • 3. Sachwerte investieren: Der erste Schritt zum Vermögensaufbau
  • 4. Gold: der Sachwert-Klassiker
      • Tafelgeschäft
  • 5. Sachwert Aktien / ETFs
      • Wie können Sie vorgehen?
  • 6. Sachwert Immobilie
  • 7. Alternative Investmentfonds (AIF)
  • 8. Ihre individuelle Vermögensstruktur: so streuen Sie Ihr Kapital
    • 8.1 Liquidität und Zinsanlagen als Basis
    • 8.2 Aktien, Fonds und ETFs für den langfristigen Aufbau
    • 8.3 Gewichtung und regelmäßige Überprüfung
  • 9. Fazit
  • 10. FAQs
    • Schützen Sachwerte vor Kaufkraftverlust?
    • Warum in Sachwerte investieren?
    • Welche Sachwerte sind krisensicher?
    • Schützen Sachwerte bei einem Crash?
    • Kann ich auch mit kleinem Geld in Sachwerte investieren?
    • Meine Bank rät mir von Sachwerten ab. Richtig oder falsch?
  • Quellenangaben

1. Sachwerte: was sie leisten können

Sachwerte sind Güter mit eigenem materiellem Wert, beweglich oder unbeweglich. Historisch haben sie sich über lange Zeiträume oft als Wertspeicher bewährt. Was genau dazu zählt, erklärt unser Ratgeber Was sind Sachwerte?

Die wichtigsten Sachwerte im Sinne einer Geldanlage sind Edelmetalle (vor allem Gold), Immobilien sowie Aktien und ETFs. Ihr Wert kann bei steigenden Preisen mitwachsen, weil Grundstücke, Gebäude, Maschinen oder Rohstoffe nominal teurer werden. In der Praxis ist das kein Automatismus und bei Immobilien anders als bei Gold oder Aktien. Auch Sachwerte schwanken im Preis, teils deutlich.

Fakt ist

Die Inflation lag im September 2026 bei 3,3 Prozent und damit über dem Ziel der EZB von 2 Prozent. Im Oktober 2022 hatte das Statistische Bundesamt nach damaliger Berechnung sogar 10,4 Prozent gemeldet. Haben Sie 100.000 Euro unverzinst auf dem Konto, verlieren Sie bei 3,3 Prozent Inflation im ersten Jahr rund 3.200 Euro an Kaufkraft; nach zehn Jahren entspricht Ihr Guthaben nur noch rund 72.300 Euro heutiger Kaufkraft.
Negativzinsen auf Sichteinlagen, wie sie bis 2022 verbreitet waren, spielen dagegen keine Rolle mehr. Entscheidend ist, ob der Zins auf Ihrem Konto nach Steuern die Inflation ausgleicht.

Dieser Beitrag zeigt Sachwerte mit ihren Chancen und Risiken: Wo kann sich ein Einstieg lohnen, wo ist Vorsicht geboten und wie gehen Sie am besten vor?

2. Chancen und Risiken von Sachwerten

Geld ist meist eher knapp als frei verfügbar. Umso wichtiger ist es, das vorhandene Kapital zu schützen und durch überlegtes Investieren zu vermehren, mit einem Risiko, das zu Ihnen passt.

Die wesentliche Chance: Sachwerte haben eine reale Substanz und können langfristig helfen, die Kaufkraft zu erhalten. Auch sie schwanken im Wert, haben aber in der Vergangenheit viele Krisen auf lange Sicht überstanden.

Zu den Risiken gehört, dass manche Sachwerte nicht sehr liquide sind (Immobilien, Grundstücke, Sammlerstücke, Alternative Investmentfonds): Sie können sie bei Bedarf nicht schnell und unkompliziert verkaufen. Preise können über Jahre fallen. Es besteht die Gefahr staatlicher Eingriffe; denken Sie an historische Goldverbote oder Zwangshypotheken auf Immobilien.

Sachwerte können ein Portfolio deshalb sinnvoll ergänzen, unterliegen aber ebenfalls Schwankungen und politischen Einflüssen. Wichtig ist eine gesunde Mischung der Eckpunkte eines guten Investments: Laufzeit, Streuung und Rendite.

3. Sachwerte investieren: Der erste Schritt zum Vermögensaufbau

Am Anfang steht eine Investition in das eigene Finanzwissen. Viele Menschen befassen sich ungern mit den eigenen Finanzen und überlassen Geldfragen ganz ihrem Bankberater. Das Ergebnis ist nicht immer das beste für sie selbst.

Sie können sich das Wissen aneignen: mit Fachliteratur, seriösen Internetquellen und den Ratgebern auf unserer Website. Wissen gibt Sicherheit: Wenn Sie wissen, dass Aktienmärkte schwanken, verfallen Sie bei fallenden Kursen nicht in hektische Verkäufe.

Zum ersten Schritt gehört auch ein langfristiger Plan für Ihren Vermögensaufbau, zugeschnitten auf Ihre Situation:

  1. Ehrliche Analyse Ihrer finanziellen Ist-Situation
  2. Was sind Ihre Ziele? Familiengründung, Altersvorsorge, Ausbildung Ihrer Kinder, ein eigenes Haus
  3. Auswahl der passenden Investments. Neben Sicherheit und Rendite gehört IMMER eine breite Streuung über verschiedene Anlageklassen dazu.

Bei jeder Geldanlage reicht der Blick auf die mögliche Rendite allein nicht aus. Ebenso wichtig sind die Inflation, die Kosten, die Steuern und das Verlustrisiko. Erst was nach allen Abzügen bleibt, zeigt, ob eine Anlage zu Ihren Zielen passt.

Info

Die persönliche Vermögensplanung auf eine breite Basis stellen: Das ist der Grundsatz. Neben einem unverzichtbaren „Notgroschen“ an frei verfügbarem Geld gehören Sachwerte wie Aktien, Edelmetalle und bei größeren Vermögen Immobilien dazu.

4. Gold: der Sachwert-Klassiker

Gold ist ein knappes Gut. Die jährliche Förderung erhöht die vorhandene Goldmenge nur geringfügig und Gold lässt sich nicht beliebig vermehren. Zudem ist es weltweit als Tausch- und Wertaufbewahrungsmittel anerkannt, hängt nur wenig mit Aktien oder Immobilien zusammen und lässt sich einfach kaufen und verkaufen.

Info

Im Gegensatz zur Goldmenge wächst die Geldmenge im Euroraum seit Einführung des Euro deutlich schneller. Das ist ein Grund, warum viele Anleger Gold als langfristigen Wertspeicher schätzen.

Ein oft zitiertes Beispiel zeigt den Kaufkraftverlust des US-Dollars gegenüber Gold und der (Sachwert-)Aktie McDonald’s:

Im September 2001 notierte der Goldpreis bei 274,30 US-Dollar, die Aktie von McDonald’s bei 29,96 US-Dollar. Für 10.000 US-Dollar konnten Sie folglich etwa 36 Unzen Gold oder 334 McDonald’s-Aktien kaufen.

Im September 2021 stand Gold bei rund 1.791 US-Dollar und die McDonald’s-Aktie bei 238 US-Dollar. Für 10.000 US-Dollar gab es nur noch gut fünfeinhalb Unzen Gold oder 42 McDonald’s-Aktien.

Gold hat dabei aber keinen gleichmäßigen Weg genommen: Der Preis schwankt kurzfristig stark, hat in den vergangenen Jahren mehrere Rekordhochs erreicht und kann auch wieder deutlich fallen. Weil Gold in US-Dollar notiert, kommt für Anleger im Euroraum ein Währungsrisiko hinzu. Zinsen oder Dividenden bringt Gold nicht.

Gold kaufen Sie beim Händler vor Ort, bei einem Edelmetallshop im Netz oder am Goldautomaten; Letzteres ist wegen hoher Aufschläge eher nicht zu empfehlen. Sie wählen zwischen Barren und Münzen in unterschiedlichen Größen. Vergleichen Sie die Differenz zwischen An- und Verkaufspreis, sie ist bei kleinen Stückelungen höher.

Ein Beispiel für einen Online-Händler ist Ophirum, ein in Frankfurt ansässiger Edelmetallhändler. Unter www.ophirum.de können Sie sich einen Überblick über das Sortiment verschaffen. Sie legen die gewünschten Produkte in den Warenkorb, bezahlen mit einer der angebotenen Zahlungsarten und erhalten die Ware versichert per Paketdienst oder Werttransport. Wahlweise können Sie sie vor Ort abholen oder gegen eine Gebühr in einem Hochsicherheitslager verwahren lassen; dafür legen Sie ein Kundenkonto an. Viele Händler bieten auch Sparpläne an.

Tafelgeschäft

Im Edelmetallhandel gibt es eine Besonderheit: Sie können Gold beim Händler kaufen und bar bezahlen. Bis zu einer Kaufsumme von 1.999,99 Euro geht das ohne Ausweis. Ab 2.000 Euro muss der Händler bei Barzahlung Ihre Identität in einem vorgeschriebenen Verfahren feststellen.

Steuerinfo

Gewinne aus physischem Gold und anderen Edelmetallen sind private Veräußerungsgeschäfte (§ 23 EStG). Liegt zwischen Kauf und Verkauf mehr als ein Jahr, ist der Gewinn steuerfrei. Vorher ist er mit dem persönlichen Einkommensteuersatz zu versteuern; steuerfrei bleibt er, wenn alle privaten Veräußerungsgewinne im Jahr unter 1.000 Euro liegen.
Anlagegold ist von der Umsatzsteuer befreit, bei Silber, Platin und Palladium fällt sie in der Regel an. Für bestimmte Münzen und für Zollfreilager gelten Sonderregeln.

Gold gilt seit Jahrhunderten als Wertspeicher, unterliegt aber deutlichen Preisschwankungen. Als Beimischung kann es ein Vermögen stabilisieren, als alleinige Anlage ist es ungeeignet.

5. Sachwert Aktien / ETFs

Aktien gehören zu den Sachwerten, weil sie Anteile an realen Unternehmen sind, an Maschinen, Werkzeugen, Fabrikgebäuden und Fuhrpark. Als Aktionär haben Sie Anrecht auf Dividenden und sind an Wertsteigerungen, aber auch an Wertverlusten beteiligt.

Warum können Aktien in Inflationszeiten als Sachwert punkten? Langfristig entwickeln sich Unternehmensgewinne tendenziell mit dem nominalen Wirtschaftswachstum, also einschließlich Inflation. Gelingt es Unternehmen, höhere Preise beim Kunden durchzusetzen, wirkt sich das positiv auf Gewinne und Aktienbewertung aus.

Inflationsrechner 1

Daraus folgt aber nicht, dass alle Aktien vor Kaufkraftverlust schützen: Nur Unternehmen mit solider Substanz und fester Marktstellung können höhere Preise wirklich durchsetzen. In Phasen steigender Zinsen geraten Aktienkurse zudem häufig unter Druck.

Wie können Sie vorgehen?

Inflationsschutz ist auch bei Aktien kein Automatismus. Achten Sie bei Einzelaktien auf Unternehmen, die

  1. in ihrem Geschäftsfeld eine starke Position haben, etwa im Bereich Konsumgüter des täglichen Bedarfs. Solche Unternehmen können höhere Preise eher durchsetzen.
  2. einen soliden Substanzwert haben, zum Beispiel Gebäude, Maschinen, Fuhrpark oder Patente.
  3. über ein reifes Geschäftsmodell verfügen und ihr Geld nicht nur durch Wachstum, sondern mit einem bewährten Konzept verdienen.
  4. ihre Investitionen zu einem guten Teil aus eigenen Mitteln decken: Inflation ging in der Vergangenheit oft mit steigenden Zinsen einher, wie zuletzt seit 2022. Hoher Kreditbedarf verteuert dann die Finanzierung.
  5. weltweit tätig sind und so Unterschiede zwischen Ländern und Währungen ausgleichen können.
  6. eher nicht zu den typischen Wachstumsaktien gehören. Reife Unternehmen zahlen häufig verlässlich Dividenden.

Eine Alternative zu Einzelaktien sind ETFs, die von Haus aus breit gestreut sind. Aktienindizes wie der MSCI World oder der FTSE All World bilden die Basis für zahlreiche ETFs. Der MSCI World zum Beispiel enthält weit über tausend Unternehmen aus Industrieländern. Ein einzelner ETF verteilt das Risiko damit auf viele Schultern, schützt aber nicht vor Kursrückgängen des Gesamtmarkts.

Spezielle Themen-ETFs, die stark auf neue Technologien setzen, sollten Sie im Hinblick auf die beschriebenen Sachwerteigenschaften prüfen: Dort wird oft noch wenig Geld verdient, an dem Sie als Aktionär teilhaben könnten.

Achtung

Aktienmärkte unterliegen Schwankungen, die Sie aushalten müssen. Je länger Ihr Anlagehorizont ist, umso leichter fällt das. Aktien und ETFs eignen sich für den langfristigen Vermögensaufbau, nicht für kurzfristige Spekulation.

Das Renditedreieck des Deutschen Aktieninstituts zeigt für den DAX die durchschnittliche jährliche Rendite für alle Kauf- und Verkaufszeitpunkte der vergangenen Jahrzehnte. Wer über lange Zeiträume investiert blieb, erzielte überwiegend positive Ergebnisse. Bei kurzen Haltedauern gab es dagegen auch deutliche Verluste, etwa nach dem Platzen der „Dotcom-Blase“ um das Jahr 2000. Vergangene Renditen sind keine Garantie für die Zukunft.

Für den Kauf von Aktien oder ETFs brauchen Sie ein Wertpapierdepot bei einer Bank oder einem Broker. Die Unterschiede liegen vor allem in Auswahl und Kosten: Über die Hausbank ist der Kauf oft teurer, Onlinebanken und Broker sind meist günstiger.

Für die Depoteröffnung brauchen Sie Ihre persönlichen Daten, Ihre Steuer-ID und ein Verrechnungskonto. Nach dem Geldwäschegesetz müssen Sie sich außerdem identifizieren, zum Beispiel per Video-Ident, mit der Online-Ausweisfunktion oder in einer Postfiliale.

Steuerinfo

Alle Erträge aus Aktien und ETFs unterliegen der Abgeltungsteuer plus Solidaritätszuschlag und eventueller Kirchensteuer. Steuerfrei bleibt der Sparer-Pauschbetrag von 1.000 Euro pro Person und Jahr (2.000 Euro bei Zusammenveranlagung).
Bei thesaurierenden ETFs wird jährlich eine Vorabpauschale versteuert, die beim Verkauf angerechnet wird. Ausnahme: Kursgewinne aus Aktien, die vor 2009 gekauft wurden, sind steuerfrei; bei vor 2009 gekauften Fonds und ETFs sind Wertzuwächse ab 2018 nur steuerpflichtig, soweit der Gewinn 100.000 Euro übersteigt.

Aktien und ETFs sind grundsätzlich den Sachwerten zuzuordnen, es kommt aber auf die Auswahl an. Unternehmen, die Güter des täglichen Bedarfs herstellen, hängen weniger stark von Konjunkturzyklen ab und können im Depot für Stabilität sorgen.

6. Sachwert Immobilie

Hier geht es um die Immobilie als Kapitalanlage: kaufen, vermieten, Mieten einnehmen. Die selbst genutzte Immobilie folgt anderen Überlegungen.

Immobilien gelten als vergleichsweise wertstabil und bringen laufende Erträge. Die Einstiegshürde ist aber hoch, meist sechsstellig, deshalb ist fast immer ein Hypothekendarlehen nötig. Dazu kommen hohe Kaufnebenkosten, Instandhaltung und ein erheblicher Zeitaufwand. Für Anleger mit wenig Kapital und wenig Zeit sind Immobilien deshalb oft nicht die erste Wahl.

Bis 2021 machten historisch niedrige Hypothekenzinsen Renditeimmobilien leicht finanzierbar und trieben die Nachfrage. Seit 2022 sind die Bauzinsen deutlich gestiegen, die Preise gaben 2022 und 2023 vielerorts nach. Die Gesamtrechnung einer Renditeimmobilie muss heute entsprechend sorgfältig geprüft werden. Aktuelle Konditionen erfahren Sie tagesaktuell bei den Anbietern oder über unseren Kreditvergleich.

Auf das müssen Sie achten, wenn Sie sich für eine Immobilie als Sachwertinvestment entscheiden:

a. Lage, Lage, Lage

Dieses Mantra wird Ihnen bei der Suche nach einem geeigneten Objekt regelmäßig begegnen. Der Standort ist das wesentliche Auswahlkriterium. Unterschieden wird zwischen Makrolage (großräumiges Umfeld) und Mikrolage (unmittelbare Umgebung).

Wann ist ein Standort gut? Die Infrastruktur muss passen: Verkehrsanbindung mit Straßen und öffentlichem Nahverkehr, Ärzte, Schulen, Einkaufsmöglichkeiten. Dazu gehört der Arbeitsmarkt vor Ort, denn davon hängt ab, ob Menschen dort langfristig gern wohnen und ihre Miete zahlen können.

Fragen Sie bei der Kommune nach: Was ist für das Gebiet geplant? Grünanlage oder Müllverbrennungsanlage? Das macht für die Wertentwicklung einen wesentlichen Unterschied.

b. Zustand des Objektes

Dazu gehören Alter der Immobilie und Erhaltungszustand. Gibt es einen Instandhaltungsstau bei Heizung, Fenstern oder Dach? Wie steht es um die Energieeffizienz, gibt es Feuchtigkeitsprobleme? Im besten Fall prüft ein Sachverständiger die Bausubstanz.

c. Ausstattung

Die Qualität von Baumaterialien, Bauweise und Bauausführung beeinflusst den Wert einer Immobilie stark. Ist die Ausstattung zeitgemäß, gibt es Balkon, Garten oder Aufzug, wie sind Bad und Küche ausgestattet?

d. Kaufpreisfaktor

Damit eine Immobilie Rendite bringt, müssen die Mieteinnahmen auskömmlich sein. Als Kennzahl dient das Verhältnis von Kaufpreis zu jährlicher Nettokaltmiete: Je schneller die Mieten den Kaufpreis decken, umso rentabler ist das Investment.

Beispiel: Sie kaufen eine Eigentumswohnung zum Preis von 400.000 Euro. Die vertraglich vereinbarte Jahresmiete beträgt 15.000 Euro. Der Kaufpreisfaktor beträgt 26,67, die Bruttomietrendite entsprechend 3,75 Prozent.

Welcher Kaufpreisfaktor angemessen ist, hängt stark von der Lage ab. In gefragten Großstädten liegen die Faktoren deutlich höher als in strukturschwachen Regionen. Informieren Sie sich vor dem Kauf über die in der Region üblichen Werte und rechnen Sie Nebenkosten, Instandhaltung und Finanzierungskosten mit ein.

e. Nebenkosten beim Immobilienkauf

Zusätzlich zum Kaufpreis müssen Sie diese Kosten einkalkulieren:

Notar- und Grundbuchkosten: Richtwert etwa 1,5 Prozent des Kaufpreises

Grunderwerbsteuer: je nach Bundesland zwischen 3,5 und 6,5 Prozent

Eventuelle Maklerkosten: Beim Kauf einer Wohnung oder eines Einfamilienhauses zahlen Sie als Käufer seit Dezember 2020 höchstens die Hälfte der Provision, den Rest trägt der Verkäufer (!). Die Höhe ist regional unterschiedlich.

Steuerinfo

Gewinne aus dem Verkauf einer vermieteten Immobilie werden mit dem persönlichen Steuersatz versteuert, wenn zwischen Kauf und Verkauf nicht mehr als zehn Jahre liegen (§ 23 EStG).
Mieterträge sind nach Abzug der Werbungskosten ebenfalls mit dem persönlichen Steuersatz zu versteuern. Außerdem fällt eine jährliche Grundsteuer an, deren Höhe sich nach dem Grundsteuerwert, der Steuermesszahl und dem Hebesatz der Gemeinde richtet.

Immobilien sind ein Sachwert, der Stabilität in Ihr Portfolio bringen kann. Nach dem Motto „Gewohnt wird immer“ lässt sich bei sorgfältiger Auswahl ein gut planbarer Ertrag erzielen. Behalten Sie aber von Anfang an die Kosten im Blick und bedenken Sie die lange Kapitalbindung.

7. Alternative Investmentfonds (AIF)

Alternative Investmentfonds sind Geldanlagen, die nicht auf klassischen Finanzprodukten wie Aktien, Anleihen oder börsennotierten Investmentfonds beruhen. Sie werden von der BaFin (Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht) reguliert und beaufsichtigt. Zu den AIFs gehören vor allem die geschlossenen Fonds.

Anleger können sich damit an Großprojekten beteiligen, die sie allein nicht finanzieren könnten: Immobilien, Wind- und Solarparks, Logistik oder Infrastruktur. Es sind unternehmerische Beteiligungen mit Chancen und Risiken. Bekannte frühere Vertreter, die Schiffsfonds, sind nach der Krise 2008 weitgehend vom Markt verschwunden.

Ein geschlossener AIF ist in Kapital und Laufzeit begrenzt: Ist das geplante Eigenkapital erreicht, wird der Fonds für neue Anleger geschlossen; die Laufzeit steht von Beginn an fest. Die Mindestbeteiligung ist meist deutlich höher als bei einem Sparplan.

Einen geschlossenen Publikums-AIF zeichnen Sie über eine digitale Zeichnungsstrecke, über einen Vermittler oder Berater oder bei Ihrer Bank. Der Ablauf ist weitgehend gleich:

  1. Sie erhalten die kompletten Emissionsunterlagen: Verkaufsprospekt, das Basisinformationsblatt (eine kurze Zusammenfassung der für Sie wichtigen Fakten) und den Zeichnungsschein. Sie sollen genügend Zeit haben, die Unterlagen vor der Zeichnung zu prüfen.
  2. Sie füllen den Zeichnungsschein aus: persönliche Daten, Steuer-ID, steuerliche Ansässigkeit, Bankverbindung, die gewünschte Anlagesumme sowie die Angabe, ob Sie eine politisch exponierte Person sind.
  3. Jede Zeichnung wird dokumentiert, einschließlich Ihrer Erfahrungen mit Kapitalanlagen und Ihrer Risikobereitschaft.
  4. Sind alle Dokumente unterschrieben, prüft das Emissionshaus den Zeichnungsschein. Sie erhalten eine Annahmebestätigung mit Zahlungsaufforderung.

Läuft alles nach Plan, erhalten Sie die im Prospekt beschriebenen Auszahlungen und am Ende die prognostizierte Schlusszahlung. In der Realität kann ein Projekt besser oder schlechter laufen als geplant, bis hin zum Totalverlust. Sie werden regelmäßig über den Stand informiert und stimmen bei Gesellschafterbeschlüssen über wichtige Maßnahmen ab. Vor Ende der Laufzeit lassen sich Anteile meist nur über den Zweitmarkt und oft nur mit Abschlag verkaufen.

Zwei Beispiele vom Zweitmarkt:

1978 wurde ein Fonds aufgelegt, der das Olympia-Einkaufszentrum in München finanzierte (DWS Anlagefonds 6). Die Gesellschafter haben die Laufzeit immer wieder verlängert. Im Juni 2021 wurde über den Zweitmarkt ein Anteil im Nennwert von 13.000 Euro zu einem Kurs von 1.021 Prozent verkauft, also für 132.730 Euro, zusätzlich zu den jährlichen Ausschüttungen.

Dagegen stehen AIFs, die unter den Folgen der Coronapandemie stark gelitten haben, vor allem Flugzeugfonds. Am 18. Januar 2022 wurde ein Anteil von 40.000 Euro am Flugzeugfonds HEH Dublin für 36 Prozent verkauft, also für 14.400 Euro. Ein bitterer Verlust.

8. Ihre individuelle Vermögensstruktur: so streuen Sie Ihr Kapital

Unabhängig von der Höhe Ihres Vermögens gilt: Legen Sie nicht alle Eier in einen Korb! Streuen Sie Ihre Gelder! Das betrifft nicht nur die Anlageklassen, sondern auch Laufzeiten, Branchen, Länder und Währungen. Streuung senkt das Risiko, dass ein einzelner Verlust Ihr ganzes Vermögen trifft. Ganz ausschließen lassen sich Verluste damit nicht.

8.1 Liquidität und Zinsanlagen als Basis

Die Basis jeder Vermögensstruktur ist eine Reserve, auf die Sie jederzeit zugreifen können. Dafür eignen sich sicherheitsorientierte Zinsanlagen. Ihre Zinsen schwanken mit dem Leitzins; aktuelle Konditionen sollten Sie vor der Anlage vergleichen.

  • Tagesgeld: täglich verfügbar, variabler Zins. Guthaben sind über die gesetzliche Einlagensicherung bis 100.000 Euro je Kunde und Bank geschützt.
  • Sparkonto: meist mit Kündigungsfrist, in der Regel drei Monate; die Verzinsung liegt häufig unter der von Tagesgeld.
  • Festgeld: fester Zins für eine feste Laufzeit, je nach Anbieter von einem Monat bis zu zehn Jahren, ebenfalls mit Einlagensicherung. Während der Laufzeit kommen Sie in der Regel nicht an Ihr Geld.

Überlegen Sie vorher, wie lange Sie auf welchen Betrag verzichten können. Bedenken Sie auch: Liegt der Zins unter der Inflationsrate, verliert auch sicher angelegtes Geld real an Wert.

8.2 Aktien, Fonds und ETFs für den langfristigen Aufbau

Auch innerhalb der Anlageklasse Aktien sollten Sie streuen: Fällt ein Unternehmen stark ab, können andere den Verlust ausgleichen. Am einfachsten gelingt das mit Aktienfonds oder ETFs. Bei einem aktiv gemanagten Fonds entscheidet ein Fondsmanager über die Auswahl und lässt sich das vergüten, oft mit Ausgabeaufschlag und höheren laufenden Kosten. ETFs bilden einen Index nach und sind in der Regel deutlich günstiger. Ihre Wertentwicklung kann leicht vom Index abweichen.

Bei kleinerem Vermögen ist ein breit gestreuter ETF, etwa auf den MSCI World, ein möglicher Baustein, gegebenenfalls ergänzt um eine Beimischung physischen Goldes. Sollen größere Summen angelegt werden, können Immobilien und Alternative Investmentfonds hinzukommen.

8.3 Gewichtung und regelmäßige Überprüfung

Wie Sie die Bausteine gewichten, hängt von Ihren Zielen, Ihrer Risikobereitschaft, Ihrer beruflichen Situation und Ihrer finanziellen Sicherheit ab. Sicherheitsorientierte Anleger legen einen größeren Teil in Zinsanlagen und Gold an und nur einen kleineren Teil in schwankungsreichere Anlagen wie Aktien.

  • Überprüfen Sie Ihr Portfolio in regelmäßigen Abständen und passen Sie es an, wenn sich Ihre Ziele oder Ihre Lebenssituation ändern.
  • Behalten Sie die Kosten im Blick: Gebühren schmälern bei vielen Anlageformen die Rendite.
  • Geldanlagen auf Kredit erhöhen das Risiko erheblich. Bei Immobilien ist eine Finanzierung üblich, sie muss aber solide kalkuliert sein.

Info

Jedes Portfolio muss auf Ihre ganz persönlichen Bedürfnisse ausgerichtet sein: Lebensplanung, Einkommens- und Vermögenssituation, Liquiditätsbedarf, Risikoneigung. Die Streuung MUSS dabei stets berücksichtigt werden.

9. Fazit

Sachwerte können, anders als Geldwerte, in Zeiten hoher Inflation helfen, die Kaufkraft zu erhalten. Sie verhalten sich ein wenig wie ein Boot auf dem Wasser: Steigt der Wasserspiegel, steigt es mit, bei Sturm schwankt es aber kräftig. Eine Garantie für den Werterhalt gibt es nicht. Seit der Zinswende bringen auch Zinsanlagen wieder Erträge. Eine durchdachte Mischung aus Liquidität, Zinsanlagen und Sachwerten, passend zu Ihren Zielen, verteilt das Risiko und verbessert die Chance, die Inflation langfristig auszugleichen.

Sachwerte auf einen Blick:

GoldAktienImmobilienAIFs
leicht zu handelnJaJaNeinNein
Inflationsschutzteilweiselangfristig teilweiseteilweisebedingt
laufende ErträgeNeinJa1 Jageplant
Verkauf steuerfreiJa2Nein3Ja2 bedingt
Kosten bei Kauf/Verkaufniedrig bis mittelniedrighochunterschiedlich
laufende Kostengering4gering4Jaim Fonds enthalten
Ertrag durchWertsteigerungDividenden, KurssteigerungMieten, WertsteigerungAusschüttungen, Schlusszahlung
Preisschwankungenhochhocheher trägekaum handelbar
1 Dividenden, 2 nach Ablauf der Spekulationsfrist (Gold ein Jahr, Immobilien zehn Jahre oder bei Eigennutzung), 3 außer Altbestand vor 2009, 4 Depot- oder Lagerkosten

10. FAQs

Schützen Sachwerte vor Kaufkraftverlust?

Ein Sachwert kann durch eine nominale Wertsteigerung die Inflation ausgleichen und so die Kaufkraft erhalten. Garantiert ist das nicht, weil auch Sachwerte im Preis fallen können.

Warum in Sachwerte investieren?

Sachwerte haben einen realen Substanzwert und können ein Vermögen neben Zinsanlagen sinnvoll ergänzen. In Krisen können sie aber ebenfalls deutlich schwanken.

Welche Sachwerte sind krisensicher?

Krisensicher im Sinne einer Garantie ist kein Sachwert. Immobilien und Gold gelten als vergleichsweise beständig, bei Aktien und ETFs kommt es auf Auswahl und Streuung an. Die beste Absicherung ist eine Mischung mehrerer Anlageklassen.

Schützen Sachwerte bei einem Crash?

Nur teilweise. Immobilienpreise reagieren langsamer als Börsenkurse, können aber über Jahre fallen. Der Goldpreis ist schwankungsreich. Aktien können heftig fallen; breit gestreute Depots haben sich in der Vergangenheit langfristig meist erholt, manchmal aber erst nach Jahren.

Kann ich auch mit kleinem Geld in Sachwerte investieren?

Ja. Für ETFs und für Gold bieten viele Banken, Broker und Händler Sparpläne schon mit kleinen monatlichen Beträgen an.

Meine Bank rät mir von Sachwerten ab. Richtig oder falsch?

Das hängt von Ihrer persönlichen Situation ab, etwa von Anlagehorizont, Risikobereitschaft und Liquiditätsbedarf. Holen Sie im Zweifel eine zweite Meinung ein.

Quellenangaben

bundesbank.de, zweitmarkt.de, statista.com, dai.de, ntv.de, gold.de, www.degussa-goldhandel.de, n-tv.de, homeday.de, impulse.de, justetf.de, verivox.de, scalable.de, zinsbaustein.de, wikipedia.de, kreditvergleich.net, faz.de, handelsblatt.de, sueddeutsche.de, abendblatt.de, immoverkauf24.de, EZB, Leitzinsen, § 20 EStG, § 23 EStG, § 56 InvStG, § 8 Einlagensicherungsgesetz

Weiterlesen

  • Die besten Methoden, um Geld krisensicher anzulegen
  • Was sind Sachwerte? Diese 5 Sachwerte müssen Sie kennen
  • Immobilienwert berechnen: 14 praktische und wichtige Punkte, die Sie wissen sollten
  • Vergleich verschiedener alternativer Geldanlagen: Darauf kommt es an

Copyright 2021 – 2026 LeoRes All rights reserved

  • Impressum
  • Datenschutzhinweise
Cookie-Zustimmung verwalten
Liebe Besucherin, lieber Besucher, um Ihnen eine optimale Nutzererfahrung zu bieten, verwenden wir auf dieser Website Cookies. Einige dieser Cookies sind notwendig, um die Funktionalität unserer Website zu gewährleisten, während andere uns helfen, Ihr Nutzungserlebnis zu verbessern und relevante Inhalte anzuzeigen.
Funktional Immer aktiv
Die technische Speicherung oder der Zugang ist unbedingt erforderlich für den rechtmäßigen Zweck, die Nutzung eines bestimmten Dienstes zu ermöglichen, der vom Teilnehmer oder Nutzer ausdrücklich gewünscht wird, oder für den alleinigen Zweck, die Übertragung einer Nachricht über ein elektronisches Kommunikationsnetz durchzuführen.
Vorlieben
Die technische Speicherung oder der Zugriff ist für den rechtmäßigen Zweck der Speicherung von Präferenzen erforderlich, die nicht vom Abonnenten oder Benutzer angefordert wurden.
Statistiken
Die technische Speicherung oder der Zugriff, der ausschließlich zu statistischen Zwecken erfolgt. Die technische Speicherung oder der Zugriff, der ausschließlich zu anonymen statistischen Zwecken verwendet wird. Ohne eine Vorladung, die freiwillige Zustimmung deines Internetdienstanbieters oder zusätzliche Aufzeichnungen von Dritten können die zu diesem Zweck gespeicherten oder abgerufenen Informationen allein in der Regel nicht dazu verwendet werden, dich zu identifizieren.
Marketing
Die technische Speicherung oder der Zugriff ist erforderlich, um Nutzerprofile zu erstellen, um Werbung zu versenden oder um den Nutzer auf einer Website oder über mehrere Websites hinweg zu ähnlichen Marketingzwecken zu verfolgen.
  • Optionen verwalten
  • Dienste verwalten
  • Verwalten von {vendor_count}-Lieferanten
  • Lese mehr über diese Zwecke
Einstellungen ansehen
  • {title}
  • {title}
  • {title}